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Werksfürsorge


1928 begann die Arbeit der Werksfürsorge in einer kleinen Holzbaracke am Eingang zur Schachtanlage 1/2 . Die ausgebildete Fürsorgerin entfaltete sogleich eine sehr wirkungsvolle Arbeit, denn schon nach einem Jahr waren die vier Räume zu klein für den Betrieb. Das Holzhaus wurde durch einen Anbau doppelt so groß. Im Jahr 1934 eröffnete neben der Schacht-Anlage 3/7/10 eine zweite Werkfürsorgestelle ihre Arbeit. Aber auch hiermit konnte keine ausreichende Bedarfsdeckung erreicht werden. Dies gelang erst im Jahr 1938 als Fritz Schnupp den alten Bauernhof Schulte up der Hege zur Werksfürsorge 1 der Zeche Zollverein umgestaltete. Die Fürsorgerinnen berieten in ihren Sprechstunden vor allem Bergmannsfrauen und halfen beispielsweise bei Anträgen auf wirtschaftliche Beihilfe. Sie boten Mütterberatung, Kinderbetreuung, Kuraufenthalte für Kinder, und vor allem Nähkurse, Höhensonnenbestrahlung, Hausbesuche, Ausflüge, Ausstellungen und Ferienbetreuungen der Kinder an. Seit etwa 1957 jedoch versuchten die schwerindustriellen Betriebe im Ruhrgebiet ihre freiwilligen betrieblichen Sozialausgaben abzubauen oder unter dem Druck der Gewerkschaften in zeitgemäßer Art einzusetzen. Im Jahr 1957 schlossen sie ihre betriebseigenen Erholungsheime, Leidigenheime, Kindergärten und Nähschulen. Die Fürsorgerinnen wurden entlassen. Auf Zollverein konnte die Werksfürsorge noch bis 1965 weiterarbeiten, bevor eine neue Zechendirektion ihr modernes Betriebskonzept verwirklichte und den Fürsorgebetrieb einstellte.

Foto: Arndt WiegelFoto: Arndt Wiegel

  


 
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